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Übersicht "Meldung vom Tage" (Februar 2004) |
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19.02.2004
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Gemeindepsychiatrisches Servicehaus auf Rügen eröffnet
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Professor Freyberger: "Auch Psychiater haben Träume und Visionen"
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Von Roland Hartig
Für den Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Greifswald im Stralsunder Hanse-Klinikum, Professor Harald Freyberger, ging gestern, wie er sagte: "ein Traum in Erfüllung". Denn jetzt steht für Psychiatrie-Patienten in der Kreisstadt Bergen auf der Insel Rügen das Gemeindepsychiatrische-Servicehaus offiziell offen. Es ist das erste in Mecklenburg-Vorpommern und zählt mit zu den wenigen in Deutschland. Die Einrichtung umfasst eine Tagesklinik, eine Institutsambulanz sowie eine Tagesstätte. Rund 25 Betroffene werden hier zurzeit behandelt und begleitet. Der in Stralsund ansässige "Gartenhaus" Psychosoziale Trägerverein e.V. und die Hanse-Klinikum Stralsund GmbH betreiben das Projekt. Für die Ausstattung des Hauses hat das Sozialministerium rund 120 000 Euro zur Verfügung gestellt.
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In Kooperation: Gemeindepsychiatrisches-Servicehaus, Kreisstadt Bergen auf Rügen
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Zur feierlichen Eröffnung der Einrichtung in der Billrothstraße 28 kamen über 50 Gäste und Besucher. Bereits vorab wertete Sozialministerin Marianne Linke das Servicehaus als Beitrag zur Umsetzung gemeindenaher Psychiatriekonzepte. Abteilungsleiter im Sozialministerium Dr. Klaus-Dietrich Fischer (Foto), der im Auftrage der Sozialminsterin an der Eröffnung teilnahm, hob hervor, dass die Betroffenen durch derartige Angebote in ihrem bisherigen Lebensumfeld bleiben und dabei auch auf die Hilfe von Verwandten und Freunden zurückgreifen könnten. Außerdem begrüßte Dr. Fischer die wissenschaftliche Begleitung des Projektes, "um neue Erkenntnisse für die Versorgung psychisch Kranker zu gewinnen".
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| Dr. Klaus-Dietrich Fischer, Abteilungsltr. Gesundheit, Sozialministerium M-V |
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Professor Dr. med. Harald Freyberger, Hanse-Klinikum Stralsund GmbH |
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Bereits in der Anlaufphase habe sich bestätigt, dass das Servicehaus mit seinen verschiedenen Hilfsangeboten Menschen mit psychischer Erkrankung den Zugang erleichtere, so Professor Freyberger. Und er fügte hinzu: "Es ist unterm Strich auch billiger." Möglich sei dies durch die Zusammenarbeit unterschiedlicher Leistungsträger und Kostenträger. Dazu zähle auch der flexiblere und wirtschaftlichere Einsatz von Mitarbeitern.
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Servicehaus: mutig, bürgernah und effektiv
Landrätin Kerstin Kassner (Foto) verwies auf "die Pilotwirkung" des Projektes. Die Einrichtung in Bergen sei mutig, bürgernah und effektiv. Sozialdezernentin Dr. Ulrike Lucas (Foto) und Vorsitzende des Psychiatriebeirates der Versorgungsregion mit den Gebietskörperschaften Landkreis Nordvorpommern, Landkreis Rügen und Hansestadt Stralsund betonte: "Ein wirksames Angebot zur Betreuung psychisch Kranker ist nur im Verbund zu schaffen." Um ganz konkrete individuelle Hilfen für Menschen mit psychischer Erkrankung in ihrem Lebensumfeld zu gewährleisten, sei auch eine softwaregestützte Datenerhebung im Rahmen des Integrierten Behandlungs- und Rehabilitationsplanes (IBRP) unter Einbeziehung aller Leistungserbringer im sozialpsychiatrischen Bereich der Versorgungsregion geplant, so Dr. Ulrike Lucas.
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Landrätin
Kerstin Kassner |
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Sozialdezernentin
Dr. Ulrike Lucas |
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Hanse-Klinikum Stralsund setzt auf Kooperation und Kompetenz
Der Geschäftsführer der Hanse-Klinikum Stralsund GmbH, Sigurd Roch (Foto), teilte mit, dass die auf Rügen eröffnete Tagesklinik nicht die einzige in der Versorgungsregion bleiben werde. "Dabei werden wir weiterhin auf Kooperation und fachliche Kompetenz setzen."
Guido Krüssel (Foto), Geschäftsführer "Gartenhaus" Psychosozialer Trägerverein Stralsund e.V., würdigte ausdrücklich die Wegbereiter: das Sozialministerium und den Landesverband M-V Psychosozialer Hilfsvereine e.V. Er erklärte, dass der bislang praktizierte "institutionell ausgerichtete Leistungsansatz" weiter zurückgefahren werde. "Das bedeutet aber nicht", so Guido Krüssel, "dass der IBRP ein radikales Sparprogramm ist." Ein Verbund verschiedener Leistungserbringer mache die Komplexleistungen für die Betroffenen überschaubarer und flexibler. Professor Freyberger verwies dabei auch auf den schrittweisen und trägerübergreifenden Ausbau der Kinder- und Jugendpsychiatrie.
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| Sigurd Roch, Geschäftsführer Hanse-Klinikum Stralsund GmbH |
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Guido Krüssel, Geschäftsführer Gartenhaus-Verein |
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Problem Nummer eins ist die Erreichbarkeit der Hilfsangebote
"Außerdem zwingt uns unser dünn besiedeltes und strukturschwaches Bundesland dazu, originelle Modelle der Versorgung zu entwickeln. Problem Nummer eins ist die Erreichbarkeit der Hilfsangebote. Die Inanspruchnahme sinkt ab 30 Minuten deutlich. Folglich gilt es Synergien zu nutzen", erklärte Freyberger. Sein Leitmotiv: "Auch Psychiater haben Träume und Visionen." Und wenn sich wie hier in dieser Versorgungsregion alle Kooperationspartner zusammensetzen, springt am Ende fast immer eine passende Lösung heraus. "Das Gemeindepsychiatrische-Servicehaus ist dafür ein Beispiel", betonte Professor Freyberger.
Wer sagt's denn: Die Psychiatriereform bewegt sich doch!
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Und dafür gibt es Beifall ...
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| Dörthe Trömel, Leiterin der Tagesstätte "Nordlicht" im Servicehaus: "Das respektvolle Begleiten der Besucher/innen und das Wertschätzen ihrer Fähigkeiten und Anliegen ist für uns Basis der therapeutischen Beziehung. Zielstellung ist das Erreichen der Eigenverantwortlichkeit und Selbstständigkeit der Besucher." |
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Die Tagesstätte bietet sinnvolle Angebote zur Beschäftigung und zum Austausch. Auf dem Programm stehen z.B. Kochen, Backen und das gemeinsame Planen von Ausflügen und Feiern. Handwerkliches und kreatives Arbeiten, Musik und Bewegung, soziales und kognitives Training (auch unter Einsatz von PC-Programmen), Krisenintervention und Beratung in allen lebenspraktischen Bereichen finden Zuspruch. |
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Die offizielle Eröffnungsfeier des Servicehauses verlief reibunglos. Auch sie hatten ihren Anteil daran: Die Mitarbeiterinnen Katrin Haase, Christine Bauch, Ulrike Marks (Foto) und die Besucher der Tagesstätte "Nordlicht".
Kontakt: Gemeindepsychiatrisches Servicehaus, Tagesstätte "Nordlicht" für psychisch erkrankte Erwachsene, Billrothstraße 28, 18528 Bergen, Telefon 03838 - 202 552, Fax 03838 - 202 646 |
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Hans-Jürgen Dumann (51) kam zum Gratulieren. Er lebt im Übergangs- und Wohnheim in Grischow. Das ehemalige Gutshaus bietet geradezu Gartenarbeit und Tierhaltung an. "Beides wirkt sich positiv auf das soziale Miteinander aus", sagte Hans-Jürgen. Dazu tragen auch die Hündin 'Susi' sowie die Schafe 'Max' und 'Biene' bei. "Wir waren schon in Italien und Bulgarien." In der Woche stellt sich jeder persönliche Ziele. Gemeinsam planen wir die Nachmittage und die täglichen Dienste in der Hauswirtschaft. "Gott sei Dank, wir haben eine Spülmaschine!" |
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Die Experten sind sich einig: In Mecklenburg-Vorpommern fehlen spezielle Angebote zur medizinischen und beruflichen Rehabilitation psychisch Kranker und Behinderter. |
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Linkverweise
Sozialministerium Mecklenburg-Vorpommern
http://www.sozial-mv.de
Landkreis Rügen
http://www.Kreis-Rueg.de
"Gartenhaus Psychosozialer Trägerverein Stralsund e.V."
http://www.gartenhaus-ev.de
Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie
der Universität Greifswald im Hanse-Klinikum Stralsund
http://www.medizin.uni-greifswald.de/psych/allgemeines.html
Hanse-Klinikum Stralsund GmbH
http://www.klinikum-stralsund.de
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Übersicht "Meldung vom Tage" (Februar 2004) |
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