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Startseite Rubrik: Meldung vom Tage aktualisiert 21.03.2004


Übersicht "Meldung vom Tage" (Februar 2004)

22.02.2004

Gesundheitsverein bietet Thüringern Programme zum Wohlfühlen

ddp

Von ddp-Korrespondentin Barbara Scheiter

Weimar (ddp-lth). Sich wohlfühlen, die eigenen Bedürfnisse erkennen und entspannt leben - das klingt eigentlich nach Werbung für ein teures Wellness-Programm. In Weimar allerdings engagiert sich ein gemeinnütziger Verein dafür, dass sich jeder Thüringer unabhängig vom Geldbeutel gesund und rundum wohl fühlen kann. Die Landesvereinigung für Gesundheitsförderung in Weimar hält für alle, die entspannter leben wollen, Programme für Körper und Seele bereit.

Kinder und Jugendliche sind nur zwei Zielgruppen, um die sich der Verein kümmert. "Wir versuchen vor allem, Lehrer und Erzieher zu schulen, die die Kampagnen dann selbstständig weitergeben können", erläutert Geschäftsführerin Eva-Maria Hähnel. Für Kindergärten und Schulen bietet der Verein zum Beispiel Suchtprävention und Aktionen zur Stärkung des Selbstwertgefühls.

Hähnel und ihre sechs Mitarbeiter machen Lehrern und Erziehern in Kursen klar, dass für die Gesundheitsförderung kein extra Schulfach nötig ist. Sie meint, Lehrer und Schüler könnten in jeder Stunde dazu beitragen, dass die Jugendlichen nicht zu Alkohol, Drogen oder Zigaretten greifen. Und auch zur Vorbeugung gegen gestörtes Essverhalten hat sie ein gutes Rezept: "Die beste Suchtprävention ist ein positiver Umgang miteinander. Dabei ist wichtig, dass jeder auch Fehler machen darf." Finanziert werden die Aktionen der Landesvereinigung vom Freistaat Thüringen.

Aber es reiche nicht, allein das Verhalten der Beteiligten zu hinterfragen, es müssten sich auch die Verhältnisse ändern. "Manchmal ist der Tagesablauf in einem Kindergarten nicht gut organisiert, so dass der Tag für Kinder und Erzieher stressig ist", sagt Hähnel. Oft würden die Kinder nicht ins Freie gehen, weil das An- und Ausziehen schlecht zu bewältigen sei. Oder es gebe einfach kein gemeinsames Frühstück mehr.

Aber auch Senioren und Frauen hilft die Landesvereinigung für Gesundheitsförderung dabei, sich rundum wohl zu fühlen. So gibt es jedes Jahr ein spezielles Frauenprojekt. In diesem Jahr heißt es "Ganz Frau" und wird im Herbst in Gera stattfinden. "Vor allem arbeitslosen Müttern geht es oft nicht gut, weil ihr Leben nur noch aus Küche und Kindern besteht. Unsere Projekte sollen ihnen zeigen, wie sie ihre Bedürfnisse erkennen und wie sie etwas für sich tun können", stellt die Geschäftsführerin in Aussicht. Und wenn sich die Mutter besser fühlt, gehe es auch dem Rest der Familie gut.

Bei vielen Programmen geht es zudem darum, den Betroffenen das Neinsagen zu lehren. "Kinder müssen niemandem ein Küsschen geben, wenn sie das nicht wollen. Die Hausfrau und Mutter muss auch mal eine Bitte abschlagen können", sagt Hähnel. Es immer nur anderen recht zu machen, kann dazu führen, dass man mit sich selbst nicht mehr zufrieden ist. "Darunter leidet dann auch die körperliche Gesundheit, das Immunsystem kann schwächer werden oder man fühlt sich nur noch schlapp", sagt die Geschäftsführerin.




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