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13.02.2006



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29.01.

Modellprojekt Familiengesundheitspflegerin

ddp

Von ddp-Korrespondentin Wibke Busch

Essen (ddp-nrw). In Essen werden Pflegekräfte und Hebammen erstmals zur Familiengesundheitspflegerin weitergebildet. Der zweijährige Bildungsgang des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe (DBfK) ist Kern eines Modellprojektes, in dessen Mittelpunkt die gesundheitliche Vorsorge im häuslichen Bereich steht. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt von der Privatuniversität Witten/Herdecke, gefördert durch das Bundesgesundheitsministerium und die Robert-Bosch-Stiftung. Neben Essen wird die Weiterbildung auch in München erprobt.

Bei der Familiengesundheitspflegerin beziehungsweise der Familiengesundheitshebamme handelt es sich nicht um einen neuen Gesundheitsberuf. Vielmehr wird die originär pflegerische Tätigkeit erweitert: Während der Weiterbildung sollen die Pflegerinnen und Hebammen Kompetenzen erwerben, um Familien im eigenverantwortlichen gesundheitsfördernden Handeln zu motivieren und zu unterstützen. Angesiedelt werden könnten sie später bei ambulanten Pflegediensten, in Arztpraxen, bei Kranken- und Pflegekassen, aber auch in Krankenhäusern und Gesundheitszentren.

Das Bundesgesundheitsministerium erhofft sich praxisbezogene Ergebnisse für diese Weiterbildung von Pflegenden und Hebammen. Das Vorhaben ist dabei eingebettet in eine multinationale Pilotstudie der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Hinter der Idee steht die Erkenntnis, dass Familien eine entscheidende Rolle für die Gesundheit der Bevölkerung spielen. Danach wird dort die Basis für ein Gesundheitsbewusstsein gelegt - sie formt gesundheitsförderliche Lebensweisen ebenso wie gesundheitsgefährdende Verhalten.

Die Grundlagen vieler Krankheiten werden den Erkenntnissen zufolge nicht selten in jungen Jahren gelegt: Falsche Essgewohnheiten, Drogenkonsum, fehlende Bewegung und Stress können beispielsweise zu Herz-Kreislauferkrankungen oder Einschränkungen im Bewegungsapparat führen. Frühzeitig präventiv anzusetzen heiße daher auch, später Kosten im Gesundheitssystem zu sparen, sagt Eveline Lindenberg, Referentin beim DBfK in Essen.

Dort werden seit Oktober die ersten acht Pflegekräfte und Hebammen weitergebildet, wie Lindenberg berichtet. Die Ausbildung kostet 4300 Euro und wird in bestimmten Fällen auch finanziell gefördert.

Ein "Paradigmenwechsel" im Gesundheitssystem nennt Linderberg das Vorhaben. Über ein präventives Aufsuchen, die Begleitung, Beratung und Unterstützung von Familien soll danach insbesondere in so genannten vulnerablen Gruppen ein einfacherer Zugang zu Leistungen des Sozial- und Gesundheitswesen ermöglicht werden. Zu diesen Gruppen werden sozial benachteiligte Familien, chronisch Kranke und ihre Angehörigen sowie Zuwanderer gerechnet.


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