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13.02.2006



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03.02.

Wissenswert: Wie entsteht ein Deja-vu-Erlebnis?

ddp

Homburg (ddp). Der Ort ist völlig unbekannt, das Haus ebenso. Wer ein Zimmer betritt und trotzdem sagt, "hier bin ich schon mal gewesen - ganz sicher", hat ein Deja-vu-Erlebnis. Die Schaltzentrale im Kopf spielt uns einen Streich.

"Das Gehirn gleicht permanent die Informationen aus der Umwelt mit bekannten Erfahrungen ab", sagt Professor Peter Falkai, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum des Saarlandes. Ist die Situation bekannt, werden die mit ihm verknüpften Eindrücke und Gefühle aus dem Gedächtnis abgerufen. Daraus vervollständigt das Gehirn die Sinneswahrnehmung, die der Mensch wahrnimmt und spielt Teile des bekannten Programms wieder ab. "Man kann quasi sagen, dass wir mit dem Gehirn sehen, und nicht mit den Augen", erzählt das Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie.

Aufgrund der Fülle an Eindrücken, die auf den Menschen einprasseln, kann sich die Schaltzentrale im Kopf durchaus einmal irren. Das passiert meist bei sich ähnelnden Situationen. Dann erlebt der Mensch ein Deja-vu. "Das Gehirn stellt einen Kontext mit einer Situation oder einer Person her, den es gar nicht gibt", betont Falkai. "Es rekonstruiert dann eine erlebte Szene, die eigentlich nichts mit dem gerade Erlebten zu tun hat", erzählt der Experte. Dabei werden auch die mit dieser Situation verbundenen Gefühle geweckt. Beim Menschen entsteht der subjektive Eindruck der Bekanntheit.

Hintergrund für die Reaktion des Gehirns ist eine kaum noch benötigte Schutzfunktion, die im Laufe der Evolution entstand. Der frühe Mensch war in seinem Alltag ständig Gefahren ausgesetzt. "Deshalb musste sein Gehirn schnell entscheiden, ob er einer Situation oder einer Person trauen kann oder nicht", sagt Falkai. Dafür setzt das Denkorgan intuitiv auf den Vergleich mit bekannten Erlebnissen.

"Etwa 60 Prozent der Bevölkerung hatte in ihrem Leben schon mal ein Deja-vu-Erlebnis", sagt Falkai. Statistisch belegt ist, dass die Häufigkeit mit dem Alter abnimmt und Stress sowie ein höherer Bildungsgrad die Wahrscheinlich für das Phänomen erhöhen. Warum ein Deja-vu bei einigen Menscher häufiger auftritt, ist aber unbekannt. Sorgen muss sich bei einem Deja-vu-Erlebnis niemand machen. "Das Phänomen ist in der Regel nicht krankhaft", unterstreicht der Psychiater.


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