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Berlin (ddp). Wissenschaftler warnen vor Leistungsausgrenzungen in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Dies würde vor allem jene in ihren Möglichkeiten beschneiden, die im Gesundheitssystem arbeiteten, was wiederum die Qualität verschlechtern werde, sagte Axel Olaf Kern von der Universität Augsburg am Mittwoch in Berlin bei der Vorstellung einer Studie für die Hans-Böckler-Stiftung.
Am Beispiel Zahnersatz zeigt die Expertise, dass eine Ausgrenzung von Leistungen sowohl für die Patienten als auch für die Leistungserbringer negative Wirkungen erwarten lässt. Wenn Versicherte finanziell nicht in der Lage seien, sich privat abzusichern und deshalb notwendige zahnärztliche Behandlungen nicht ausführen ließen, belaste dies die GKV mit zusätzlichen Kosten, sagte Kern. Mund- und Zahnerkrankungen schädigten beispielsweise den Organismus und führten nicht selten zu Magen- und Darmkrankheiten. Den Patienten müsse "offen und ehrlich" gesagt werden, welche Auswirkungen die Ausgrenzung für sie habe.
Eine weitere Studie der gewerkschaftsnahen Böckler-Stiftung unter Leitung von Professor Jürgen Wasem von der Universität Duisburg-Essen setzt sich kritisch mit dem Gemeinsamen Bundesausschuss von Ärzten und Krankenkassen auseinander, der das Leistungsspektrum der GKV bestimmt. Das Gremium sei durch eine große Intransparenz gekennzeichnet, sowohl was Entscheidungsprozesse wie auch die Abschlussberichte angehe, merkte Wasem an. Die demokratische Legitimation des Bundesausschusses sei "sehr begrenzt".
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