Nachrichten aus Psychiatrie und Selbsthilfe

Startseite Rubrik: Meldung vom Tage aktualisiert 01.04.2004


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22.03.2004

Schwerpunktkuren für Mütter und Ehefrauen

naps

von psychisch kranken Angehörigen


(naps). Leidet ein Familienmitglied an einer psychischen Erkrankung, führt dies zu extremen Belastungssituationen in der Familie. Die Hauptlast haben, wie so oft, die Frauen zu tragen. Die Grenzen ihrer Belastbarkeit sind - je länger die Krankheit dauert - schnell erreicht, oftmals werden sie überschritten. Häufig entstehen als Folge dieser jahrelangen Beanspruchungen bei den Müttern/Ehefrauen erhebliche körperliche und psychische Beeinträchtigungen.

Deshalb werden seit 1987 in Evangelischer Trägerschaft in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband der Angehörigen von psychisch Kranken spezielle Schwerpunktkuren für Mütter bzw. Frauen angeboten, die einen psychisch kranken Angehörigen begleiten. Sie finden im Frauenkurhaus Bad Überkingen/Schwäbische Alb (vom 27.04. bis 25.05.2004) und im Frauenkurhaus Bad Wurzach/Oberschwaben (vom 13.09. bis 11.10.2004) statt.

Die Konzeption der Kuren ist ganzheitlich und frauenspezifisch ausgerichtet: Ärztliche Untersuchungen, Begleitung und Versorgung, Physiotherapeutische Anwendungen (z.B. Bäder, Massagen, Wärmebehandlung, Krankengymnastik), Psychosoziale Betreuung (Beratung, psychotherapeutische Einzelgespräche, indikations- und prozessorientierte Gruppentherapie, Gesundheitstraining), Seelsorgerliche und meditative Angebote, Bewegungs- und Entspannungsangebote (z.B. Gymnastik, Walking, Wanderungen, Tanz, Entspannungsübungen, Yoga, Sauna, Thermalbad), Gesunde Ernährung, bei Bedarf vegetarische oder diätetische Kost, Ernährungsberatung, Kreativangebote (z.B. Seidenmalen, Tonen).

Zusätzlich sind in der Schwerpunktkur vorgesehen: Beratung durch einen Psychiater und einen Sozialarbeiter (Versorgungs- und Unterstützungsmöglichkeiten im Alltag, therapeutische Gespräche zur Bewältigung der besonderen Belastung, Entspannungsübungen).

Den Kurteilnehmerinnen steht ein gemütliches Einzelzimmer mit eigener Naßzelle, Telefon und Balkon oder Terrasse zur Verfügung. Durch die gemeinsame An- und Abreise der Teilnehmerinnen ist die prozessorientierte, gegenseitige Unterstützung und ein intensiver Austausch optimal gewährleistet. Beide Kurhäuser bieten aufgrund der überschaubaren Größe (40 bzw. 43 Betten) und der familiären Atmosphäre hervorragende Rahmenbedingungen für einen Kuraufenthalt.

Bei der Beantragung einer Schwerpunktkur hilft die örtliche bzw. regionale Kurberatungsstelle für Müttergenesung. Diese ist bei den Wohlfahrtsverbänden (Diakonisches Werk, Caritas, Deutsches Rotes Kreuz, Arbeiterwohlfahrt oder Paritätischer Wohlfahrtsverband) angesiedelt. Hier erhalten Interessierte Informationen und Beratung zum Antragsweg, zu Finanzierungsfragen, über Hilfemöglichkeiten für Ihren Haushalt während Ihrer Abwesenheit und zu sonstigen Fragen zur Kur.

Die Schwerpunktkur ist eine stationäre Maßnahme nach § 24 (Vorsorgekuren) oder § 41 (Rehabilitationskuren) SGB V, die in der Regel – bis auf den gesetzlichen Eigenanteil – von der Krankenkasse finanziert wird. Für die Beantragung der Kurmaßnahme ist ein ärztliches Attest erforderlich.

Weitere Informationen (z.B. Hausprospekte, detaillierte Hausbeschreibungen, nächstgelegene Kurberatungsstelle) erhalten Sie bei den Evangelische Mütterkurheimen in Württemberg e.V., Trägerverein im Müttergenesungswerk, Gymnasiumstrasse 36, 70174 Stuttgart, Tel. 0711 / 2068 – 240, 241 und 277, Tel. Beratung: Mo., Di., Do. 8.30 – 12.15 Uhr, 14.00 – 16.00 Uhr, Fr. 8.30 – 12.15 Uhr, Fax 0711 / 2068 – 346

Internet: http://www.muettergenesung-kur.de




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