|
|
(naps). Am 2. April treffen sich Gründungsmitglieder und Interessenten in Frankfurt am Main Höchst zur Gründungsversammlung des "Promed e.V." gegen unlautere Praktiken im Gesundheitswesen. Die Teilnehmer haben diese Initiative zum großen Teil über den Austausch im Internet angestoßen. Sie kommen aus dem gesamten Bundesgebiet und diversen beruflichen Sparten. Der Verein wird seinen Sitz in Frankfurt am Main haben und in das Vereinsregister des Amtsgerichtes Frankfurt eingetragen.
Laut vorliegendem Satzungsentwurf verfolgt der Promed e.V. (i.G.) gegen unlautere Praktiken im Gesundheitswesen schwerpunktmäßig folgende Ziele und Zwecke:
- die Aufklärung der Bevölkerung über Verfahren in der Medizin, die einer rationalen und seriösen Behandlung nicht entsprechen und andere unlautere Praktiken aus angrenzenden Disziplinen fördern;
- Opfern unseriöser Behandlungsmethoden und unlauterer Praktiken im Gesundheitswesen und angrenzender Disziplinen Hinweise zu Selbstschutz und Geltendmachung ihrer Ansprüche zu geben;
- gegen natürliche und juristische Personen, die Desinformation zum objektiv nachvollziehbaren Schaden der Bevölkerung und gezielte Falschinformation zum Zwecke der Gewinnerzielung betreiben, auch juristisch vorzugehen.
Aus der Pressemitteilung:
Vor dem Hintergrund einerseits immer restriktiverer Rationalisierungen und Reformen im Gesundheitswesen - und damit einher gehend zunehmender Unsicherheit hinsichtlich einer flächendeckenden medizinischen Grundversorgung - und auf der anderen Seite einer explosionsartig gewachsenen "Alternativszene", die sich durch den Boom des Mediums Internet mit wenig Aufwand direkten und breit gestreuten Zugriff auf ihre Zielgruppe verschafft, wird es für den Endverbraucher immer schwieriger, die Spreu vom Weizen zu trennen. Unseriösen Anbietern zweifelhafter Heilmethoden, die vorwiegend Profitinteressen verfolgen, sind damit Tür und Tor geöffnet.
Laut Allensbacher Institut für Demoskopie habe sich die Zahl derer, die die Zusatzbezeichnung Homöopathie oder Naturheilverfahren führen, im letzten Jahrzehnt fast verdoppelt. Rhetorisch nicht ungeschickt, ködern mittlerweile ganze Heerscharen oft selbst ernannter Heiler und deren Anhänger mit ihren dubiosen und nicht selten lebensbedrohlichen Heilsversprechen verunsicherte Gesundheits-Interessierte. Zu nennen sind hierbei bei weitem nicht nur die mittlerweile medienbekannten "Gurus", wie Ryke Geerd Hamer mit seiner "Germanischen Neuen Medizin", Dr. Matthias Rath, der mit hochdosierten Vitaminen Krebsheilung verspricht oder Bert Hellinger mit seinen umstrittenen Familienaufstellungen. Allerorten schießen sie wie Pilze aus dem Boden: die Ganzheitlichen, die Homöopathen, die Anthroposophen, die Osteopathen, die Transpersonalen und wie sie sich sonst noch bezeichnen. Sie ziehen - besonders im Internet - militant gegen die Schulmedizin zu Felde. Ihre Methoden sind fragwürdig, medizinisch in ihrer Wirksamkeit nicht belegt bis hin zu gesundheitsschädlich oder gar lebensgefährlich.
Der Frankfurter Kinderarzt, Ralf Behrmann, beobachtet die Entwicklung seit fünf Jahren kritisch. Seit zwei Jahren dokumentiert er die "Szene" auf seiner Internetseite www.kidmed.de und macht engagiert und aktiv mobil gegen die Scharlatane im Gesundheitswesen und deren unlautere Praktiken. "Trotz offensichtlich vorliegender Fakten über die Gefahren, die von den oft betrügerischen Aktivitäten solcher Gruppen und/oder Einzelpersonen ausgehen, haben die angeschriebenen Ärztekammern und Verbraucherschutzorganisationen bislang nicht reagiert," so Behrmann zur Begründung seiner wiederholten Aufrufe zur Weiterverbreitung dieser Informationen in seinem Internet-Forum. "Es ist skandalös."
Doch das Engagement des Mediziners trägt nun Früchte. Die Idee, Aktivitäten und Kompetenzen im Rahmen eines organisierten Vereins gegen unlautere Praktiken im Gesundheitswesen zu bündeln, kam von den Teilnehmern im Forum von www.kidmed.de und wurde schnell zum konkreten Projekt.
"Der Patient oder Angehörige ist auch deshalb oftmals verunsichert, weil in der Öffentlichkeit zuwenig über mangelnden Nutzen oder offensichtliche Gefahren berichtet wird," so die Mitinitiatorin Sigrid Herrmann-Marschall. "Viele der unlauteren Methoden gelten nur deshalb als sanft und natürlich, weil die Bevölkerung zu wenig über sie aufgeklärt ist." Die zusätzliche Vermischung von Glauben mit Medizin weise zudem eine besondere gesellschaftspolitische Brisanz auf.
Der Verein Promed e.V. wird ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke verfolgen. Die Mitgliedschaft steht jedem Interessierten offen.
Den Entwurf der Vereinssatzung sowie Einzelheiten zur Gründungsversammlung am 2. April 2004, einschließlich Tagesordnung, finden Sie auf der entstehenden Webseite des Vereins unter http://www.promed-ev.de.
Weitere Informationen erteilt Ralf Behrmann Tel.: 069 - 333 033, Fax: 069 - 333 032
E-Mail: promed@web.de.
|
|