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Frankfurt (Oder) (ddp-lbg). Frankfurts Oberbürgermeister Martin Patzelt (CDU) will die Umstände der Zwangsräumung einer Wohnung, bei der sich der arbeitslose Mieter im August das Leben nahm, vom Sozialministerium prüfen lassen. Er halte es für notwendig, dass der Fall von unabhängiger Seite überprüft werde, sagte Patzelt der "Märkischen Oderzeitung" (Samstagausgabe). Ein 34-jähriger "Hartz IV"-Empfänger hatte sich im August aus dem Fenster gestürzt, weil die städtische Wohnungswirtschaft seine Wohnung wegen Mietschulden zwangsräumen wollte.
Aus rechtlicher Sicht sei der Geschäftsführung der Wohnungswirtschaft kein Vorwurf zu machen, sagte Patzelt dem Blatt. Es habe in der Wohnungswirtschaft Festlegungen gegeben, wonach Mietschulden innerhalb von neun Monaten zu begleichen seien. "Etwas anders sehe ich das in moralischer Hinsicht: Dieser Fall hätte unbedingt einen sensibleren Umgang verdient", sagte er. Die Frage sei, warum angesichts der Selbstmordgefährdung des 34-Jährigen an jenem Morgen keine Seite den Versuch unternommen habe, die Räumung abzubrechen.
Ihn beschäftige vor allem, wie ein solch tragischer Fall in Zukunft verhindert werden kann, sagte der Oberbürgermeister weiter. Dazu gehöre, dass er zunächst mit allen Personen spreche, die bei der Zwangsräumung dabei waren. Das sei aber bisher nicht möglich gewesen, weil die betreffende Mitarbeiterin der Stadtverwaltung im Urlaub und die Vertreterin der Wohnungswirtschaft erkrankt sei. Er könne sich vorstellen, dass jeder einzelne der Anwesenden mit der Situation überfordert war.
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