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| (naps/rh). Die Frühjahrstagung des Arbeitskreises zur Erforschung der nationalsozialistischen "Euthanasie" und Zwangssterilisation befasst sich vom 11. bis 13. Mai 2007 in Neubrandenburg mit dem Thema "Führerschule der deutschen Ärzteschaft Alt Rehse und die NS-Gesundheitspolitik". Auf dem Programm stehen unter anderem: Ein Vortrag über die NS-"Euthanasie" und Zwangssterilisation (Referentin: Margret Hamm, Geschäftsführerin des Bundes der "Euthanasie"-Geschädigten und Zwangssterilisierten e.V., BEZ), eine Diskussionsrunde zum aktuellen Brennpunkt: "Erinnerungsort Alt Rehse: Konzepte - Perspektiven", ein Vortrag der Psychiaterin Catalina Lange zu den NS-Verbrechen auf dem Schweriner Sachsenberg sowie eine Zeitzeugenbefragung. Am zweiten Tagungstag ist eine Besichtigung in Alt Rehse vorgesehen. Darauf verwies gestern der Verein für die Erinnerungs-, Bildungs- und Begegnungsstätte Alt Rehse e.V. (EBB) auf einer Mitgliederversammlung im Dorfgemeinschaftshaus. |
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Der Mahn- und Sühnestein mit der Aufschrift: "Das Geheimnis unserer Erlösung ist die Erinnerung" wurde am 15.11.1998 auf dem ehemaligen Gelände der "Führerschule der deutschen Ärzteschaft" aufgestellt. Foto: Lichtblick |
"Die Veränderungen in Alt Rehse, die sich seit dem letzten Jahr abzeichnen, machen es für uns notwendig, mit veränderten Konzepten und konkreten Vorhaben für die Zukunft zu planen", erklärte Götz-Peter Lohmann, Vorsitzender des Vereins EBB. So besteht jetzt eine Kooperationsvereinbarung zwischen der Hochschule Neubrandenburg und dem Verein. Der Rektor der Hochschule, Prof. Dr. Micha Teuscher, sowie Götz-Peter Lohmann und Dr. Rainer Stommer vom Vorstand unterzeichneten diese am 22. Februar 2007 in Neubrandenburg. Beide Partner wollen Wissenschaft, Forschung und Bildungsarbeit zu Fragen ethischen Handelns in den verschiedenen Bereichen des Gesundheitswesens unter besonderer Berücksichtigung der Gedenkstättenarbeit Alt Rehse fördern. Sie planen im September 2008 einen bundesweiten Kongress zum Thema "Ethik im Gesundheitswesen" an der Hochschule und wollen kurz- und mittelfristig gemeinsame Forschungsvorhaben realisieren. Zwischen der Hochschule und dem Verein sollen wissenschaftliche Ergebnisse ausgetauscht und verbreitet werden. In Förderprojekten von Land, Bund und EU sowie nationaler und internationaler Partner werden beide Partner mitarbeiten. Außerdem ist vereinbart worden, ein Aninstitut an der Hochschule Neubrandenburg zur interdisziplinären wissenschaftlichen Arbeit auf dem Gebiet der Ethik im Gesundheitswesen zu gründen.
Zudem bemüht sich der Verein EBB zusammen mit einem Ärzteverband um den Erwerb des Gutshauses in der Dorfstraße 1. Seit 2002 zeigt hier der Verein die Dauerausstellung "Alt Rehse und der gebrochene Eid des Hippokrates". Das Haus befindet sich außerhalb des Geländes der ehemaligen NS-Ärzteschule. Die Gemeinde hat das bisherige Domizil des Vereins EBB zum Verkauf ausgeschrieben.
Seit einigen Monaten sorgt das vom Bundesvermögensamt "ohne Zweckbindung" verkaufte, wechselhaft genutzte zentral gelegene Anwesen in Alt Rehse (u.a. Gut, Führerschule der deutschen Ärzteschaft, Nutzung durch Rote Armee, Ministerium für Staatssicherheit, Volksarmee und Bundeswehr) für viel Gesprächsstoff - nicht nur im Ort. Der neue Betreiber, der Tollense-Lebenspark e.V., will auf dem Gelände ein Gesundheitszentrum errichten. Nach einem "Tagesspiegel"-Artikel (2.12.2006) rangen die acht Gründer des Lebensparks lange, ob man an so belasteter Stelle ein alternatives Wohnmodell realisieren kann und darf. Am Ende siegte die Hoffnung - den Ort neu definieren zu können und zugleich in wunderbarer Landschaft zu wohnen. Der Initiator und Sprecher des Lebensparks, Bernhard Wallner, erklärte der Neubrandenburger Redaktion colporter: "An diesem Platz wird ein Gesundheitszentrum entstehen für Menschen, denen es gut geht und die möchten, dass es ihnen noch besser geht."
| Etwa 40 000 Mediziner aus dem "Deutschen Reich" wurden in der "Führerschule der deutschen Ärzteschaft Alt Rehse" rassenideologisch ausgebildet. Es waren jene Ärzte, wie "colporter" 2006/Nr. 6 (PDF) berichtet, die später im "Euthanasie"-Programm nicht nur behinderte Menschen als "lebensunwertes Leben" definierten und ermorden ließen, sondern auch in deutschen Konzentrationslagern grausame Versuche an Menschen durchführten. |
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ANMELDUNG zur Tagung
Thema: "Führerschule der deutschen Ärzteschaft Alt Rehse und die NS-Gesundheitspolitik"
Zeitraum: 11. bis 13. Mai 2007
Veranstaltungsort: Hochschule Neubrandenburg, Brodaer Straße 2, 17033 Neubrandenburg
Die Teilnehmer werden gebeten die Unterkunft in Neubrandenburg eigenständig zu organisieren. Folgende Hotels halten für den Kongress Zimmerkontingente zu ermäßigten Preisen bereit: Radisson SAS Hotel bis 27.4. 2007 (Stichwort: Kongress Arbeitskreis Euthanasie), Parkhotel bis 17.4.2007 (Stichwort: Politische Memoriale M-V e.V.)
Weitere Hotels unter www.neubrandenburg.de
Veranstalter: Verein für die Erinnerungs-, Bildungs- und Begegnungsstätte Alt Rehse e.V., Verein Poltische Memoriale M-V e.V. und die Hochschule Neubrandenburg.
Projektleiter: Dr. Rainer Stommer, EBB Alt Rehse, Anmeldung bis zum 20. April 2007 per E-mail oder Fax oder Brief an: R. Stommer, Postfach 1540, 18525 Bergen Fax: 038306-20928
POSITIONIERT
Erklärung des Vorstandes der Ärztekammer M-V
Anläßlich der Einweihung der Reichsärzteschule in Alt Rehse am 01.06.1935 hat der Vorstand der Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern am 8. Juni 2005 mit einem Rundgang durch das Objekt der ehemaligen Führerschule und einer anschließenden besonderen Vorstandssitzung, die dieses Thema aufnahm und diskutierte, ein Zeichen setzen wollen. Ein Zeichen dafür, daß Alt Rehse weiterhin im Bewußtsein der Ärzteschaft steht und bleiben wird, daß eine selbstkritische und sachliche Auseinandersetzung mit dem Verhalten der Ärzte zur NS-Zeit auch nach 70 Jahren unerläßlich ist und daß gerade in einer Zeit, in der die aktive Sterbehilfe und die Reproduzierbarkeit menschlichen Lebens die Frage nach der Würde und Selbstbestimmung menschlichen Lebens in unserer Gesellschaft aufwirft, die soziale Debatte um rechtliche, ethische und moralische Fragen des medizinischen Fortschritts, seiner Grenzen und seines Inhalts auch im Gedenken an die Erfahrungen dieser Zeit geführt werden muß.
Quelle: http://www.aek-mv.de/editor/aerzteblatt/upload/heft_8_2005.pdf |
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INTERNET
Was einst Reichsärzteschule war,
soll heute Tollense-Lebenspark werden
colporter-Ausgabe: NOVEMBER 2006 NR. 6
(Mit Literaturverzeichnis)
www.colporter.info/pic/pic_1106/nov.pdf
www.colporter.info
Gedenkpark
www.abimv.de/cms/wm-cms,34.html
Mißbrauchte Medizin im "Dritten Reich"
Die Führerschule in Alt Rehse
www.ns-eugenik.de
BEZ-Appell zum "Erbgesundheitsgesetz"
www.lichtblick-newsletter.de/ticker978_05.html
Symposium erinnert an die NS-Opfer auf dem Sachsenberg
www.lichtblick-newsletter.de/ticker2326_07.html
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