|
|
Berlin (ddp). Verbraucher sollen künftig mehr Informationen über die Qualität von Pflegeheimen und ambulanten Pflegediensten bekommen. Wie der Berliner "Tagesspiegel" (Dienstagausgabe) vorab berichtete, wollen die Pflegekassen erreichen, dass die Einrichtungen regelmäßig überprüft und die Ergebnisse veröffentlicht werden.
Die Kontrolle soll gesetzlich festgeschrieben werden. Dafür setzten sich die Spitzenverbände der Pflegekassen im Zuge der anstehenden Pflegereform ein, sagte Meinolf Moldenhauer, Pflegeexperte beim Bundesverband der Betriebskrankenkassen, der Zeitung.
Politiker von SPD und Grünen hätten bereits Zustimmung signalisiert. Die Bürger hätten ein Recht zu erfahren, wie die Pflegequalität in den Heimen sei, sagte die pflegepolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Hilde Mattheis. Bei Qualitätsmängeln gehe es um Menschenwürde, da müsse man "das Kind schon beim Namen nennen dürfen", sagte auch Elisabeth Scharfenberg, die Pflegeexpertin der Grünen. Vorstellbar seien auch regelmäßige Qualitätsberichte eines unabhängigen Instituts.
Derzeit haben dem Bericht zufolge Pflegebedürftige und ihre Angehörigen so gut wie keine Möglichkeit, verlässliche Informationen über die Qualität einzelner Anbieter zu bekommen. Selbst die vom Medizinischen Dienst ermittelten schlechten Heime und Dienste dürften aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht öffentlich angeprangert werden.
|
|