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11.01.04
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Praxisgebühr sorgt für mehr Aufwand im Altenheim
Niesky (ddp-lsc). Die mit Jahresbeginn eingeführte Praxisgebühr stellt Pflegeheime offenbar vor ungeahnte Probleme. Zahlreiche Bewohner seien nicht mehr in der Lage, Dinge des Alltags wie Geldgeschäfte allein zu bewältigen, sagte der Leiter des Altenpflegeheimes "Abendfrieden" in Niesky, Imanuel Vollprecht. Wenn ein Betroffener dringend einen Arzt oder ein neues Rezept für Medikamente brauche, werde wie bei jedem Patienten die Gebühr von zehn Euro pro Quartal fällig. Der gesetzlich bestimmte Betreuer, der diese Angelegenheit für den alten Menschen regeln könnte, sei meist nicht schnell genug greifbar. Das Heim könne das Geld jedoch nicht aus dem eigenen Vermögen vorstrecken, obwohl es eine reibungslose Versorgung seiner Bewohner zu gewährleisten hat.
Im Nieskyer Pflegeheim "Abendfrieden" haben rund 75 Prozent der 84 Bewohner einen Betreuer. In der Regel seien dies Angehörige, sagte Vollprecht. Er habe festgestellt, dass im Hinblick auf die Umsetzung der Gesundheitsreform derzeit noch eine große Verunsicherung bei den Ärzten herrsche. Alle Betreuer von Bewohnern im "Abendfrieden" seien gebeten worden, die Praxisgebühr vorsorglich bei der Pflegeleitung zu hinterlegen, damit das Geld im Bedarfsfall zur Verfügung steht. Eigentlich sei die Einrichtung jedoch nicht für Angelegenheiten zuständig, die direkt zwischen Arzt und Patient oder dessen Betreuer geregelt werden müssten, machte Vollprecht deutlich.
Das Pflegeheim in Niesky wird von der Diakonissenanstalt "Emmaus" betrieben. Das Haus besteht aus einem völlig sanierten und umgebauten Altbau, an den sich ein Neubau anfügt. Der Komplex wurde Ende 2000 eröffnet.
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ddp
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