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13.04.2004

Rheinland-Pfalz: Sektenlehre an Schule?

ddp
Opposition fordert Aufklärung vom Land
CDU: Versetzung der Lehrerinnen reicht nicht aus

Von Markus Fadl

Mainz/Monsheim (ddp-swe). Die angebliche Verbreitung von Sektenlehren durch zwei Lehrerinnen an einer Grundschule in Monsheim (Kreis Alzey-Worms) wird nun auch den Mainzer Landtag beschäftigen. Die Oppositionsfraktionen von CDU und Grünen forderten am Dienstag von der Landesregierung Aufklärung über den Fall im Bildungs- und Jugendausschuss des Parlaments. CDU-Schulexperte Josef Keller kritisierte zugleich die in der vergangenen Woche erfolgte Versetzung der beiden Lehrerinnen an eine andere Schule als «nicht ausreichend». Er forderte, bis zur endgültigen Klärung der Vorwürfe in einem Disziplinarverfahren müssten die beiden Lehrerinnen beurlaubt werden.

Hintergrund sind Vorwürfe von Eltern gegen zwei Lehrerinnen, darunter auch die Konrektorin der Schule. Sie sollen die Lehren einer esoterischen Sekte im Unterricht verbreitet und Kinder zum Teil massiv beeinflusst haben.

Die beiden Frauen gehören dem Verein «Zentrum des Lichts» an, der nach Angaben der Schulaufsicht in Neustadt an der Weinstraße von Experten als sektenähnliche Vereinigung eingestuft wird. Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Trier hatte deshalb in der vergangenen Woche beschlossen, die Lehrerinnen mit sofortiger Wirkung an andere Schulen zu versetzen.

Nach Ansicht von CDU-Schulexperte Keller war dies eine «absolut falsche Entscheidung», weil damit einer weiteren Beeinflussung von Kindern durch den Verein «Tür und Tor geöffnet worden» sei. «Wir dürfen es im Interesse der Kinder an den Grundschulen nicht zulassen, dass die beiden Lehrerinnen jetzt an einer anderen Schule weiter unterrichten dürfen», sagte der Christdemokrat. Es sei deshalb notwendig, dass die Schulaufsicht ihre Entscheidung «im Sinne der Kinder» überdenke und die beiden Frauen bis auf weiteres beurlaube. Derweil müsse «rückhaltlos und ohne Vorbehalte» geklärt werden, was sich in der Monsheimer Grundschule abgespielt habe.

Die CDU hat zu diesem Zweck ebenso wie die Grünen einen Berichtsantrag für die nächste Sitzung des Landtagsausschusses für Bildung und Jugend gestellt. Die Regierung müsse darlegen, wann es die ersten Beschwerden von Eltern gegeben habe und wie darauf von Seiten der Monsheimer Grundschule und der Schulaufsicht reagiert worden sei, sagte Grünen-Bildungssprecher Nils Wiechmann. Außerdem solle die Regierung eine Einschätzung der Lehren des «Zentrums des Lichts» sowie seiner Verbreitung abgeben. Dabei gehe es auch darum, ob es an anderen Schulen in Rheinland-Pfalz bereits ähnliche Fälle gegeben habe.


Dazu auch ddp-Meldung vom 08.04.2004
Esoterische Lehre im Unterricht? - Lehrerinnen versetzt


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