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Startseite Rubrik: Meldung vom Tage aktualisiert 05.05.2004


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15.04.2004

Zunehmend mehr Jugendliche im Maßregelvollzug

ddp

Dresden (ddp-lsc). In Sachsens Maßregelvollzugsanstalten ist die Zahl vor allem drogenabhängiger Straftäter unter 25 Jahren in den vergangenen Jahren drastisch gestiegen. Wie Sozialministerin Helma Orosz (CDU) am Donnerstag in Dresden sagte, waren Ende 2003 insgesamt 46 Jugendliche zwischen 22 und 25 Jahren nach einer Straftat in Therapie. Im Jahr 1999 waren lediglich 13 Jugendliche registriert worden. Um den ansteigenden Trend bei diesem «sorgenvollen Tatbestand» langfristig zu stoppen, seien Vorbeugungsmechanismen, wie Prävention zwingend notwendig, forderte Orosz.

Ebenfalls deutlich gestiegen sei die Dauer der Therapien von Menschen, die eine Straftat im Zustand der Schuldunfähigkeit oder der verminderten Schuldfähigkeit begangen haben, sagte Orosz. Im Durchschnitt waren diese Patienten mehr als fünf Jahre in Therapie. Nahezu konstant sei hingegen die Zahl so genannter Entweichungen. Im vergangenem Jahr versuchten von insgesamt 341 Patienten lediglich 2 einen Ausbruch. 21 weitere kamen zumeist verspätet vom Freigang oder Urlaub zurück. Im Jahr davor waren insgesamt 22 Patienten der Anstalt über einen bestimmten Zeitraum fern geblieben.

Orosz betonte, die Bürger müssten aber keineswegs Angst" haben. Um die Sicherheit des Vollzugs und die Qualität der Unterbringung weiter zu verbessern, arbeite der Freistaat an einem bundesweit einmaligem Projekt. Die elektronische Patientenakte sei ein sachsenweit einheitliches Planungs- Steuerungsinstrument, betonte Orosz.

Im Freistaat stehen nach Ministeriumsangaben derzeit 132 Betreuungsplätze für suchtkranke Straftäter und 245 Plätze für psychisch kranke Menschen zur Verfügung. Bis 2007 soll die Kapazität um jeweils 32 Plätze erhöht werden. Seit 1993 sind 69 Millionen Euro in Sachsens Einrichtungen investiert worden. In den kommenden Jahren sollen weitere 40 Millionen Euro folgen. Im Jahresdurchschnitt gebe Sachsen rund 27 Millionen Euro für die Patienten aus.


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