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12.05.2004

Neuauflage: "Brennpunkt Esoterik"

naps
Okkultismus, Satanismus, Rechtsradikalismus

(naps/rh). Zweifellos, die überarbeitete Neuauflage der Broschüre "Brennpunkt Esoterik - Okkultismus, Satanismus, Rechtsradikalismus" der Hamburger Innenbehörde ist ein wichtiger Ratgeber. Die fast 200 Seiten starke Veröffentlichung schärft den Blick "hinter die Kulissen" der Esoterik. Und sie enthält eine längst fällige Ergänzung: "Rechtsradikalismus in der Esoterik". Dazu die Leiterin der Arbeitsgruppe Scientology, Ursula Caberta: "Dies ergab sich aus der praktischen Arbeit im Jugendschutz: Es zeigte sich, dass es erforderlich wurde, die ideologischen Wurzeln des Okkultismus stärker zu berücksichtigen – speziell aufgrund der nachweisbaren Übergänge in den satanistischen Bereich."

Sektenexperte Rainer Fromm dokumentiert in seinem Beitrag, dass sich hinter der Mythologisierung von alten vorchristlichen Religionen, der Rückbesinnung auf Germanen- und Keltentum, nicht selten rechtsextreme Ideologien verbergen. Er nennt konkrete Beispiele: "Der Katalog des NPD-nahen 'Deutsche Stimme-Versandes' lässt keinen Zweifel zu: Die völkische Käuferschaft hat die Esoterik für sich entdeckt. Egal ob als Oud de Cologne 'Walküre: Der blumige Duft für die nationale Frau von heute' oder das 'Keltische Kreuz', als 'traditioneller Wandschmuck aus Heu und Stroh' – das Angebot ist riesig." Fromm weiter: "Das gerade an den Rändern der Black Metal, Neofolk- und Dark Wave-Szene eine regelrechte Jugendsubkultur mit eigener Symbolik, Bands, Magazinen und Homepages entstanden ist, die esoterische mit rechtsextremistischer Ideologie verknüpfen dokumentiert die Dringlichkeit der Auseinandersetzung des Jugendschutzes mit diesem Phänomen."

Die Autoren der Broschüre, Ingolf Christiansen, Rainer Fromm und Hartmut Zinser beschreiben im Abspann die Problematik: "Insofern verdient das esoterische Spektrum weit mehr Aufmerksamkeit in der Beobachtung und Analyse verfassungsfeindlicher Positionen, als ihr bisher zu Teil geworden ist." Nach Fromms Ansicht gilt die Esoterik derzeit als "das gefährlichste Einfallstor des Rechtsextremismus". Dennoch wäre es aber verfehlt, so die Autoren, "die esoterische Bewegung in Bausch und Bogen als rechtsextremistisch unterwandert darzustellen."

Die Broschüre zeigt die bislang kaum beachteten Schattenseiten dieser Bewegung auf, insbesondere das organisierte Eindringen von politisch rechts stehenden Personen und Gruppen. Unter dem Weltanschauungsprivileg versuchen sie letztendlich getarnt bis ganz offen, Ideologien der Rassenhygiene zu vermitteln.

Pädagogen, Eltern, Jugendliche und andere Interessierte können
die Printausgabe beziehen:

Freie und Hansestadt Hamburg
Oberste Landesjugendbehörde für den Jugendschutz
bzgl. neuer religiöser und ideologischer Gemeinschaften und Psychogruppen
Amtsleiterin: Ursula Caberta

Admiralitätstraße  54
20459 Hamburg

Tel: 049 (0)40 - 42886 - 64 44
Fax: 049 (0)40 - 42886 - 64 45

Internet: Oberste Landesjugendbehörde für den Jugendschutz
Hinweis: Download als PDF unter "Veröffentlichungen"




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