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Nürnberg/Huntsville (ddp). Der Nürnberger Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) setzt sich für die Begnadigung eines in den USA zum Tode verurteilten gebürtigen Nürnbergers ein. In einem Brief an den Gouverneur von Texas appelliert Maly, die Todesstrafe für den 38-Jährigen in eine lebenslange Freiheitsstrafe umzuwandeln. Troy Albert Kunkle soll am Mittwoch nach 20-jähriger Haft in der Todeszelle im Gefängnis Huntsville mit der Giftspritze hingerichtet werden.
Kunkle ist der Sohn eines US-Soldaten und einer Deutschen. Er lebte bis zu seinem zwölften Lebensjahr in Nürnberg, ehe die Familie in die USA zog. Kunkle hatte im Alter von 18 Jahren mit Freunden unter Drogeneinfluss einen 31-Jährigen getötet und ausgeraubt. Die Beute betrug damals 13 Dollar.
Auch wenn Kunkle wegen eines schrecklichen Kapitalverbrechens verurteilt wurde, sei die Todesstrafe nicht gerechtfertigt, schrieb Maly. In dem Brief weist er darauf hin, dass sich Nürnberg «in historischer Verantwortung» für den Frieden und die Menschenrechte einsetze. Deshalb sei die Stadt auch im Jahr 2000 dem weltweiten Moratorium gegen die Todesstrafe beigetreten. Die Todesstrafe verletze das fundamentalste Menschenrecht.
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