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Heidelberg (ddp). Wer im Krankenhaus Medikamente ohne Wissen des Arztes einnimmt, gefährdet unter Umständen die Therapie. Deshalb sollten Klinikpatienten ihre Ärzte stets umfassend über alle eingenommenen Arzneimittel informieren, rät Professor Walter Häfeli vom Universitätsklinikum Heidelberg.
Auch die Wirkung rein pflanzlicher Arzneimittel sollte nicht unterschätzt werden, warnt der Mediziner. So könne selbst das Antidepressivum Johanniskraut zu gefährlichen Wechselwirkungen mit verordneten Medikamenten führen, denn es beschleunige den Abbau zahlreicher Arzneimittel.
Nach einer jetzt veröffentlichten Studie unter Leitung von Häfeli nimmt etwa jeder fünfte Klinikpatient Substanzen ein, die nicht in der Krankenakte verzeichnet sind. Meist handelt es sich um Schmerz- und Beruhigungsmittel sowie um Arzneien gegen Sodbrennen. Über die Einnahme von Johanniskraut informierten viele Patienten ihren Arzt trotz intensiver Nachfragen nicht. Die Patienten unterschätzen die Wichtigkeit der Information und den erheblichen Einfluss von Johanniskraut auf die übrige Arzneimitteltherapie, vermutet Häfeli. Sie glaubten, dass pflanzliche Produkte keine Sicherheitsrisiken bergen.
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