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21:09 Uhr
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Stuttgarter Nachrichten vom 23.01.2004
"Die Festlegungen für chronisch Kranke und Fahrtkosten zeigen überdeutlich das Dilemma der Gesundheitspolitik: Werden die Grenzen zu eng gezogen, fallen viele Versicherte heraus, die wirklich arm dran sind. Werden sie lockerer gefasst, ist der Einspareffekt deutlich geringer. Das kann auch jetzt passieren - es wäre ein weiterer Grund dafür, dass die Kassenbeiträge nicht so schnell und so stark sinken, wie Schmidt es versprochen hat. Sehr viel hängt auch davon ab, wie verantwortungsvoll die Ärzte mit den Regeln umgehen. Wenden sie diese großzügig an, wird das den einzelnen Patienten freuen, ja mancher wird davon sogar seine Arztwahl abhängig machen. Dennoch wäre es zu kurz gedacht. Wenn die Gesundheitskosten nicht rasch gebremst werden, sondern weiter steigen, ist die nächste Einsparrunde schon heute absehbar. Dann müssten die Politiker für schärfere Regeln sorgen - und die Dummen wären die Patienten."
Lübecker Nachrichten vom 23.01.2004
"Na also, es geht doch: Der Gesundheitsreform sind einige der schlimmsten Giftzähne gezogen. Nicht einmal einen Tag haben Ärzte und Krankenkassen benötigt, um sozial tragbare Zuzahlungs-Regelungen für chronisch Kranke und Behinderte zu finden. Was die Selbstverwaltung im Gesundheitswesen jetzt vereinbart hat, wirkt zumindest auf den ersten Blick vernünftig und pragmatisch. In Zweifelsfällen liegt es im Ermessen des Arztes, ob der Patient als Chroniker gilt und nur maximal ein Prozent seines Haushalts-Nettoeinkommens für Medikamente und Hilfsmittel zuzahlen muss. Warum aber musste erst ein Proteststurm losbrechen, ehe die Vernunft siegt? Man kann sich des bösen Verdachtes nicht erwehren, dass die Kassen erst einmal versucht haben, so viel wie möglich bei den Versicherten abzuzocken. Und dass die Ärzteverbände zugestimmt haben, um die Reform zu torpedieren und damit ungeliebte Regeln wie die Praxisgebühr zu kippen."
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