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Startseite Rubrik: Meldung vom Tage aktualisiert 10.12.2004


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10.12.04

Gehirnstrukturen von Zappelphilipp & Co. verändert

ddp

München (ddp). Das Gehirn von Kindern mit einer so genannten Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) weist im Vergleich zu gesunden Kindern Veränderungen auf. Das fanden amerikanische Wissenschaftler mithilfe einer neuen Aufnahmetechnik heraus, die eine bessere Darstellung der Gehirnstrukturen ermöglicht, berichtet die Arbeitsgemeinschaft (AG) ADHS der Kinder- und Jugendärzte. Demnach traten Unterschiede vor allem bei Nervenbahnen auf, die bestimmte Hirnregionen miteinander verbinden. Diese Regionen sind an der Kontrolle der Aufmerksamkeit, der Aktivierung und Hemmung von impulsivem Verhalten sowie an der Steuerung der körperlichen Aktivität beteiligt.

"Seit einiger Zeit wissen wir, dass die Ursache von ADHS in einer Störung der Signalübertragung im Gehirn liegt", erläutert AG-Vorsitzender Klaus Skrodzki. Es handele sich dabei um einen Mangel an Botenstoffen, die für die Weiterleitung von Signalen im Gehirn zuständig sind. Die neuen Erkenntnisse könnten dazu beitragen, die Diagnose von ADHS zu verbessern, hofft der Mediziner. Derzeit liegen in Deutschland zwischen dem ersten Arztbesuch wegen einer Verhaltensauffälligkeit und der Diagnose ADHS im Durchschnitt etwa zwei Jahre, denn das Erscheinungsbild der Störung sei sehr komplex und häufig auch sehr unterschiedlich.

Ebenfalls mithilfe der neuen Aufnahmetechnik konnte den Angaben zufolge auch eine Besserung der Erkrankung nach Behandlung mit Medikamenten nachgewiesen werden. Die Wissenschaftler verglichen die Aufnahmen von ADHS-Kindern, die über zweieinhalb Jahre Medikamente erhalten hatten, mit den Untersuchungsbildern von unbehandelten Kindern. Bei den behandelten Kindern waren die Veränderungen an den Nervenbahnen deutlich geringer als bei den unbehandelten Kindern.

Diese Ergebnisse unterstützen aus Sicht von Skrodzki die Erfahrungen aus der Praxis: "Bei einer gesicherten Diagnose und einem erheblichen Leidensdruck des von ADHS betroffenen Kindes und seiner Familie sollte neben intensiver Beratung und verhaltenstherapeutischen Maßnahmen auch die medikamentöse Behandlung in Erwägung gezogen werden." Dies führe zu einer Verminderung der Symptome und könne den jungen Patienten helfen, sich ihrem Alter entsprechend zu verhalten und zu entwickeln.

Kinder mit ADHS - umgangssprachlich auch Zappelphilipp-Syndrom - leiden unter Aufmerksamkeitsschwäche, überschießender Impulsivität und oft unter extremer Unruhe (Hyperaktivität). Sie fallen aus dem Rahmen. Meist ist ihr Verhalten störend und bereitet Eltern, Erziehern und nicht zuletzt den Kindern selbst erhebliche Schwierigkeiten.

Weitere Informationen unter:
http://www.kinderaerzte-im-netz.de
http://www.agadhs.de


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