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| Aus Anlass seines fünfjährigen Bestehens legt das aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung geförderte Kompetenznetz Schizophrenie eine erfolgreiche Zwischenbilanz der rund 30 Forschungsprojekte zum Verlauf schizophrener Erkrankungen vor. Besonders im Bereich der Früherkennung und der Akut- und Langzeitbehandlung zeigen innovative Vorgehensweisen deutliche Verbesserungen für die Lebensqualität von Schizophrenie-Patienten. |
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Zur effizienten Erforschung von Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten der Schizophrenie ist im Jahr 1999 das Kompetenznetz Schizophrenie gegründet worden. Es ist eines von insgesamt 17 Kompetenznetzen in der Medizin, das nach Begutachtung eines international besetzten Fachgremiums bis zum Jahr 2008 aus Forschungsmitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung finanziert wird. Unter Leitung führender Wissenschaftler ist ein Forschungsverbund entstanden, in dem zahlreichen Forschungseinrichtungen, Bezirks- und Landeskrankenhäuser und Praxisverbünde an über 30 Projekten zur Früherkennung und -behandlung, zur Akut- und Langzeittherapie sowie zur Rehabilitation schizophrener Störungen forschen. In den Informations- und Kommunikationsprozess, der überwiegend durch die Netzwerkzentrale in Düsseldorf gesteuert wird, sind auch Verbände des Gesundheitswesens, medizinische Fachgesellschaften, Kostenträger, Betroffene, Angehörige und Unternehmen der Pharmaindustrie eingebunden.
Anlässlich des fünfjährigen Bestehen des Kompetenznetzes Schizophrenie stellt dessen Sprecher, Prof. Dr. Wolfgang Gaebel, Direktor der Psychiatrischen Kliniken der Heinrich-Heine-Universität und Leitender Arzt der Rheinischen Kliniken Düsseldorf, die Zwischenergebnisse vor:
Mit der bundesweiten Einrichtung von Früherkennungszentren und der Entwicklung eines geeigneten Früherkennungsverfahrens ist es gelungen, bisherige Versorgungsstrukturen insbesondere für jenen Patientenkreis deutlich zu verbessern, der schon Jahre vor dem eigentlich Krankheitsausbruch Erlebnisveränderungen und Verhaltensauffälligkeiten zeigt, ohne das diese als Frühsymptome erkannt wurden.
Zwischenergebnisse noch laufender Studien lassen darüber hinaus erkennen, dass im Vergleich niedrigere Medikamentendosierungen zu ebenso guten Behandlungsergebnissen führen wie hohe Dosierungen. Dadurch können die bei der Psychopharmkaeinnahme auftretenden Nebenwirkungen erheblich verringert und die Lebensqualität von Patienten deutlich gesteigert werden.
Positive Behandlungserfolge zeigen sich ferner, wenn die behandelnden Ärzte an einem Qualitätsmanagementprogramm teilnehmen. Hierbei dokumentieren sie die Krankheitsdaten ihrer Patienten in ein speziell entwickeltes Softwareprogramm, das dem Arzt die für die individuelle Therapiesituation des Patienten entsprechenden Behandlungsleitlinien der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde anzeigt. Parallel dazu werden die Behandlungsergebnisse des jeweiligen Arztes mit denen anderer Behandler verglichen, um daraus die Versorgungsqualität zu ermitteln und stetig zu verbessern.
In Deutschland erkranken etwa 800.000 Menschen mindestens einmal in ihrem Leben an Schizophrenie. Eine schizophrene Psychose äußert sich vor allem in Realitätsverlust mit Wahnideen und Halluzinationen, Identitätsstörungen und sozialem Rückzug. Schizophrenie zählt zu den zehn Krankheiten, die für die Betroffenen die größte Anzahl an verlorenen Lebensjahren mit sich bringen. Selbst bei guter Therapie sind viele Patienten aufgrund ihrer Erkrankung erwerbsunfähig und auf öffentliche Unterstützung angewiesen. Schizophrenie belastet das Gesundheits- und Sozialsystem der Bundesrepublik Deutschland mit rund vier bis neun Mrd. Euro pro Jahr und ist damit die teuerste psychische Erkrankung. Ihre direkten und indirekten Kosten sind mit denen anderer Volkskrankheiten vergleichbar.
Internet: www.kompetenznetz-schizophrenie.de
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