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Oranienburg/Potsdam (ddp-lbg). Den Opfern medizinischer Versuche während der NS-Zeit sind am Dienstag (27.01.04) Veranstaltungen gewidmet. Am Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus erinnern der Landtag Brandenburg und die Gedenkstätte Sachsenhausen in Oranienburg (13.00 Uhr) an Menschenversuche im Konzentrationslager, wie ein Landtags-Sprecher in Potsdam sagte. Vor ehemaligen Häftlingen werden Brandenburger Jugendliche die Ergebnisse ihrer Forschungsarbeiten zu medizinischen Versuchen vorstellen. Brandenburgs Landtagspräsident Herbert Knoblich (SPD) wird zudem einen Kranz niederlegen.
Zum Gedenken an die Psychiatrie-Opfer in den Brandenburgischen Heil- und Pflegeanstalten eröffnet Knoblich später im Parlamentsgebäude in Potsdam die von Jugendlichen konzipierte Ausstellung "Stolpersteine" (16.30 Uhr). Die Schau wird durch Gedenktafeln an 5088 Euthanasie-Opfer aus Brandenburg ergänzt.
Die Nationalsozialisten begannen 1934 mit den Zwangsterilisationen, die als "Aktion T 4" bekannt gewordene Euthanasie folgte 5 Jahre später. Betroffen waren vor allem missgebildete Kinder und an Geistes- und Erbkrankheiten oder Syphilis leidende Erwachsene. Euthanasieanstalten wurden unter anderem in Hadamar und Brandenburg/Havel errichtet. Bis 1941 fielen der "Aktion T 4" wissenschaftlicher Forschung zufolge mindestens 120 000 Menschen durch Vergasung, Erschießung und tödliche Injektionen zum Opfer. Die Verbrechen gelten Historikern als Vorlauf zum Völkermord an den Juden.
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