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Übersicht "Meldung vom Tage" (Dezember 2004)

22.12.04

Schulleiterin nach Sektenvorwürfen zu Recht versetzt

ddp

Mainz/Gau-Odernheim (ddp-swe). Die Versetzung der Leiterin einer Realschule im rheinhessischen Gau-Odernheim wegen ihrer Mitgliedschaft in der esoterischen Gruppierung "Zentrum des Lichts" ist rechtens. Ein ordnungsgemäßer Schulbetrieb sei nur durch die Versetzung möglich gewesen, begründete das Verwaltungsgericht in Mainz am Mittwoch seine Entscheidung. Die Richter wiesen damit einen Antrag der Schulleiterin gegen den sofortigen Vollzug der Versetzung zurück.

Die Lehrerin, die die Realschule seit August 2000 leitete, war im Oktober dieses Jahres vom Bildungsministerium in den Innendienst in der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) versetzt worden. Das Ministerium begründete dies mit den im März 2004 öffentlich bekannt gewordenen Aktivitäten der Schulleiterin als stellvertretende Vorsitzende des Vereins "Zentrum des Lichts". Durch die Befürchtung seitens der Eltern und Lehrer, die Schulleiterin könnte Gedankengut des Vereins in ihre Arbeit einfließen lassen, sei das Vertrauensverhältnis zu ihr gravierend beeinträchtigt und der Schulfrieden erheblich gestört gewesen, argumentierte das Ministerium.

Die Schulleiterin hielt dagegen, sie habe das Ministerium noch vor Antritt der Stelle über ihre Mitgliedschaft in dem Verein informiert. Erst infolge einer "Diffamierungskampagne" der Presse gegen sie habe das Ministerium ein Verwaltungsverfahren eingeleitet. Zudem sei sie bereits am 9. Juli dieses Jahres aus dem Verein ausgetreten.

Das Gericht argumentierte dagegen, ein "beträchtlicher Teil" der Eltern und Lehrer an der Schule vertrauten "nachvollziehbar" nicht mehr darauf, dass die Schulleiterin ihr Amt noch losgelöst von ihrer inneren Verbindung mit dem "Zentrum des Lichts" wahrnehmen könne. Zudem gebe es gewichtige Anhaltspunkte dafür, dass die schriftlichen Äußerungen des Gründers der Gruppierung antidemokratische und rassistische Aussagen enthielten. Auch Formulierungen in einem von der Lehrerin selbst geschriebenen Buch seien mit den zentralen Erziehungsauftrag der Schulen wahrscheinlich nicht zu vereinbaren.

Bereits im Frühjahr waren zwei Lehrerinnen einer Monsheimer Grundschule wegen des Verdachts der Verbreitung der Lehre des als Sekte eingestuften Vereins versetzt worden. (AZ: 7 L 982/04.MZ)


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