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Washington (ddp). Eine gestörte Darmflora kann Allergien begünstigen. Das haben amerikanische Forscher in Experimenten an Mäusen gezeigt. Die Tiere reagierten empfindlicher auf eingeatmete Allergene, wenn ihre Magen-Darm-Flora zuvor durch Antibiotika verändert worden war. Die weite Verbreitung von Antibiotika und die oft unausgewogene Ernährung in den westlichen Industrieländern könnten daher für die Zunahme von Allergien und Krankheiten wie Asthma mitverantwortlich sein, schreiben Gary Huffnagle und Mairie Noverr von der Michigan-Universität in Ann Arbor im Fachmagazin "Infection & Immunity" (Ausg. 73, Nr. 1).
Die Wissenschaftler gaben Labormäusen fünf Tage lang Antibiotika, was die Darmbakterien der Mäuse abtötete. Daraufhin spritzten sie den behandelten Mäusen sowie einer Vergleichsgruppe das Allergen Ovalbumin in die Nase. Ovalbumin ist ein Modellallergen, das aus Eiweiß gewonnen wird. Die mit Antibiotika behandelten Mäuse reagierten im Vergleich zu unbehandelten Mäusen überempfindlich auf das Ovalbumin. Ihre Atemwege entzündeten sich. Eine ähnliche Reaktion hatten die Forscher in früheren Experimenten bereits mit Schimmelpilzsporen beobachtet.
In beiden Versuchsreihen fand die Sensibilisierung für die Allergene im Darm statt, obwohl die Reaktion in den Atemwegen auftrat. Auch der Mensch atmet Allergene wie Blütenpollen oder Tierhaare nicht nur ein, sondern schluckt sie in geringen Mengen auch herunter. So gelangen sie in den Magen-Darm-Trakt. Ist die Darmflora geschwächt, reagieren die Zellen des Immunsystems empfindlich auf die Allergene, schlussfolgern die Forscher. Diese Empfindlichkeit überträgt sich auch auf andere Organe wie die Lunge.
Die Wissenschaftler raten daher zu einer ausgewogenen Ernährung, die dem Aufbau und Schutz der Darmflora dient. Besonders Menschen, die Antibiotika einnehmen müssen, empfehlen sie eine zuckerarme Kost mit vielen Früchten und Gemüse.
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