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Trier (ddp). Der Trierer Bischof Reinhard Marx fordert eine intensive Kontrolle bei der Umsetzung der zum 1. Januar greifenden Arbeitsmarktreform "Hartz IV". In einem Interview mit dem Südwestrundfunk (SWR) verlangte der in der katholischen Soziallehre verwurzelte Trierer Oberhirte an Heiligabend, in den ersten Monaten müsse die Politik genau hinschauen, wie sich die Reform auswirke, und nötigenfalls "zeitnah" Korrekturen anbringen.
Gleichwohl stellte Marx sich hinter Bestrebungen für eine umfassende Reform der Sozialsysteme. Die Leistung des deutschen Sozialstaates während der Wiedervereinigungsphase nannte er zwar "schon großartig". Nach 20 Jahren Massenarbeitslosigkeit in Deutschland sei das soziale Netz aber an seiner Belastungsgrenze angekommen. "Mich bedrückt vor allen Dingen, dass wir in unserer Gesellschaft seit 20 Jahren keine wirkliche Lösung gefunden haben zur Überwindung der Arbeitslosigkeit", bekannte er. Das sei "deprimierend".
In einem Interview mit dem DeutschlandRadio Berlin forderte Marx außerdem einen Bewusstseinswandel in Deutschland. Gegen die fortschreitende Individualisierung müssten Werte wie Solidarität und Freundschaft gesetzt werden, damit sich verlässliche Bindungen entwickelten. Zu den Orten, an denen diese Bindungen wachsen können, zählte der Trierer Bischof Familie und Religion. "Die Freiheit ist gut, aber sie braucht auch das Gegenlager der Solidarität, der Verbundenheit, der verlässlichen Beziehungen, auch der Moral, der Orientierung - sonst läuft das alles auseinander", unterstrich er.
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