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Von ddp-Korrespondentin Susann Huster
Düsseldorf (ddp). Kaum ein Begriff ist so vielfältig und damit auch falsch auslegbar wie "Wellness". In den vergangenen Jahren hat das Geschäft mit Wellness einen riesigen Boom erlebt. Immer mehr Hotels bezeichnen sich selbst als Wellness-Oasen und wollen damit unerfahrene Erholungssuchende locken. Aber eine schöne Badelandschaft und ein Kosmetik-Angebot machen noch kein Wellness-Hotel aus, warnen Experten. Der Gast wird dadurch irritiert und hat es zunehmend schwerer, sich im "Wellness-Dschungel" zurecht zu finden. "Genussvoll gesund leben" definieren die Profis vom Deutschen Wellness Verband in Düsseldorf den Begriff, der ein ganz neues Lebensgefühl definiert.
Viele Deutsche gönnen sich eine Auszeit von einem Wochenende oder länger, um Körper und Seele in Einklang zu bringen. Wellness-Urlaub heißt der Trend, dem viele folgen und neuerdings einem Karibikurlaub vorziehen, weiß Angelika Campbell, die Sprecherin des Verbundes "Wellness Hotels Deutschland GmbH". Die Marketing-Gesellschaft für Wellness-Hotels hat bundesweit 43 gehobene Häuser auf ihre Wellness-Qualitäten hin getestet und empfiehlt diese in ihrem Katalog "Wohlfühlen in Deutschland".
Unter den derzeit 900 bis 1000 Wellness-Hotels in Deutschland gebe es so einige "schwarze und graue Schafe", warnt Campbell. Ihre Organisation und der Deutsche Wellness-Verband haben jedoch Mindeststandards festgelegt, die ein gutes Haus erfüllen sollte. So muss es unter anderem einen kompetenten Trainer haben, der die Gäste vor Ort ausgiebig in Sachen Gesundheit, Fitness und Ernährung berät. "Die sind ganz nett und gut ausgebildet", sagt Campbell. Allgemein sind qualifizierte Fachkräfte für Behandlung, Beratung und Training ein Muss.
Zu einem guten Wellness-Hotel gehört allerdings mehr. Es sollte dem Gast eine umfassende Wohlfühl-Atmosphäre bieten und natürlich über einen großen Wellnessbereich mit Pool, Sauna, Dampfbad, Fitnessraum, Beautyabteilung sowie einen Anwendungsbereich verfügen. Das Haus sollte den Gästen zudem qualifizierte Wellness-Programme und -Pakete zu einem angemessenen Preis-Leistungs-Verhältnis offerieren.
Trotz dieser nützlichen Kriterien ist es für Neulinge in Sachen Wellness-Urlaub schwer, das speziell für sie passende Angebot zu finden. Campbell hat für Einsteiger wichtige Tipps: Zunächst sollten sie sich über die Region im Klaren sein, die sie für ihren Wellness-Trip bevorzugen und dann im Internet nach Angeboten suchen. Sie sollten auch wissen, ob ihnen eher nach Entspannung oder Fitness und Sport der Sinn steht. "Man sollte nie zu viel in einen Wellness-Urlaub reinpacken", rät die Fachfrau. Günstiger sei es auch, den Wellness-Urlaub nicht am Wochenende zu beginnen, da die Hotels dann oft ausgebucht und auch etwas teurer sind.
Will man nur einmal Wellness schnuppern, reicht Campbell zufolge ein Wochenend-Paket. Zum Kennenlernen sei eine Woche ratsam. Für sieben Tage Wellness mit Halbpension in einem guten Hotel müsse man etwa 800 Euro einplanen, für ein Wochenende je nach Standard ab 250 Euro.
Im Wellness-Bereich würden teilweise ungerechtfertigte Preise verlangt, kritisiert der Deutsche Wellness-Verband. Viele Gäste wüssten mangels Erfahrungen nicht, was sie für ihr Geld erwarten dürfen. Als Anhaltspunkt gilt bei den Anwendungen: Behandlungspreise von einem Euro pro Minute sind angemessen. Gibt es keine persönliche Betreuung, sollte der Preis niedriger sein. Auch bei der Übernachtung sollte das Preis-Leistungs-Verhältnis genau angeschaut werden. "Wenn ein Zimmer mit Frühstück bereits 180 Euro kostet, sollte das Haus für den frisch gepressten Orangensaft zum Frühstück nicht noch einmal zusätzlich sechs Euro berechnen", sagen die Fachleute vom Wellness Verband.
Zu Vorsicht mahnt die Organisation bei den meist recht lockeren Qualitätskriterien für Wellness-Hotels, an denen sich Reiseveranstalter orientierten. Meist entwickle jeder Anbieter seine eigenen Standards, die er dann auch selbst überprüfe. Qualität werde teils nur an einer Mindestausstattung festgemacht und viele Angaben der betreffenden Hotels aus Fragebögen der Reiseveranstalter gar nicht überprüft.
Wer im "Wellness-Dschungel" den schwarzen Schafen der Branche nicht auf den Leim gehen will, sollte sich an die vom Verbund "Wellness Hotels Deutschland GmbH" ausgesuchten Häuser halten oder auch auf das Qualitäts-Zertifikat für Wellness-Betriebe achten. Es wird vom Deutschen Wellness Verband seit 2002 an Hotels vergeben, die von Fachleuten auf Herz und Nieren geprüft wurden.
Was kann man von Wellness erwarten?
Düsseldorf (ddp). Wellness ganzheitlich betrachtet kann viele Vorteile bringen. Die körperliche Fitness steigert sich, die geistige Beweglichkeit nimmt zu, und die seelische Belastbarkeit wird höher. Dies führt zu einer positiveren Einstellung gegenüber persönlichen Verpflichtungen und zu einem harmonischeren Privatleben. Alles in allem wird man ausgeglichener und lebt in besserem Einklang mit sich und seiner Umgebung.
Daraus lässt sich auch der gute Einfluss auf den Alterungsprozess ableiten. Die Wege dahin sind unterschiedlich und höchst individuell. Ob man den Einfluss asiatischer oder indianischer Erfahrungsmedizin wie zum Beispiel Ayurveda, Qi Gong oder Reiki bevorzugt oder lieber Kneipp-Kuren und autogenes Training anwendet - wichtig ist die Kombination von Programmen für Körper, Geist und Seele sowie die Konsequenz bei der Durchhaltung.
Zur Wellness gehören viele Faktoren - so unter anderem gesunde, soziale Beziehungen. Niemand sollte isoliert leben. Menschen mit Wellness-Bewusstsein sind auch achtsam im Umgang mit ihrer eigenen Gesundheit, mindern Stressfaktoren und ernähren sich gesund. Bei letzterem muss ausgelotet werden, was jedem ganz individuell bekommt, gut für ihn ist und schmeckt. Schließlich soll Wellness auch Spaß machen. Ein nicht unwesentlicher Teil des Wellness-Begriffes ist ausreichende Bewegung. Trainiert werden sollten Ausdauer und Fitness, der Erhalt von Muskel- und Knochensubstanz und mit Dehnübungen die Beweglichkeit.
(Quelle: www.golonglife.de)
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