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Von ddp-Korrespondentin Marion Schierz
Berlin (ddp-bln). Hinter Schwierigkeiten in der Schule steckt nicht immer Faulheit. Einige Jungen und Mädchen leiden unter einer Lese- und Rechtschreib- oder Rechenschwäche. Manche haben auch Probleme mit der räumlichen Wahrnehmung - schlechte Noten in Geometrie sind dann vorprogrammiert. Klassische Nachhilfe in einzelnen Fächern kann in diesen Fällen nicht viel ausrichten. Vielmehr brauchen die Betroffenen eine fächerübergreifende Lerntherapie, die das "Übel an der Wurzel packt". Sie entwickeln Fähigkeiten, mit denen sie später selbstständig in Problemfächern lernen können. Dazu bedarf es wiederum speziell ausgebildeter Lehrer.
Die Technische Universität Chemnitz (TUC) und die Berliner Duden-Paetec-GmbH entwickeln dafür einen neuen Masterstudiengang "Integrative Lerntherapie", für den sich Interessenten ab Februar für das Wintersemester bewerben können. Die Offerte über vier Semester richtet sich an Absolventen eines pädagogischen, psychologischen, sozialpädagogischen oder eines Lehramts-Hochschulstudiums.
Paetec hat mit 30 bundesweit etablierten Lerntherapie-Instituten bereits seit mehr als 10 Jahren praktische Erfahrungen auf dem Gebiet gesammelt. Die meisten Lehrer an normalen Schulen haben einfach nicht die Zeit, Lernschwächen zu diagnostizieren und sich individuell mit ihnen auseinander zu setzen, erläutert Norbert Schmidt, Leiter der Paetec-Wirtschaftsakademie, zu der die Institute gehören. Lerntherapie sei etwas völlig anderes als Nachhilfe. Letztere konzentriere sich ausschließlich auf den Unterrichtsstoff, wogegen die Lerntherapie beim Schüler selbst ansetze. Da sich der Therapeut auf einen Schüler konzentriert, erkennt er schnell dessen Schwächen und Lücken und kann genau dort einhaken.
An Lerntherapeuten werden hohe Qualitätsmaßstäbe gestellt, die das nunmehr erste Studium mit universitärem Masterabschluss auf diesem Gebiet garantiert, wie Schmidt versichert. Schwerpunkt des Studiums sind die Erkenntnisse der Fachdidaktiken in Mathematik und Deutsch. Die Verzahnung unterschiedlicher Gebiete wie Erziehungswissenschaft, Psychologie, Medizin, Mathematik und Sprachtheorie ermöglichen außerdem die Nutzung verschiedener Methoden wie Spiel- und Bewegungs- und Ergotherapie.
Zugleich versuchen die Lerntherapeuten, das Selbstwertgefühl ihrer Schützlinge zu fördern, indem sie über die spezielle Vorgehensweise tatsächlich Erfolge beim Lernen erzielen, wie Schmidt hervorhebt. Denn ständige Misserfolge demotivieren die Kinder und übrigens auch die Lehrer. Die Lücken würden immer größer.
Der neue Studiengang bietet Schmidt zufolge für die Absolventen auch vielfältige Berufsperspektiven. Mit der therapeutischen Zusatzqualifikation ergeben sich neue Einsatzfelder, unter anderem als Lehrer im Förderunterricht an normalen und speziellen Schulen, als Psychologen als Mitarbeiter in schulpsychologischen Beratungsstellen, als niedergelassene Lerntherapeuten oder bei der Betreuung von Schulverweigerern.
Was ist eine integrative Lerntherapie?
Berlin (ddp-bln). Eine integrative Lerntherapie ist auf mehrere Ziele gerichtet. Dazu gehören die Entwicklung des Selbstwertgefühls und der Lernmotivation des Kindes sowie die Verbesserung der Lernvoraussetzungen und der Aufbau der inhaltlichen Grundlagen im Problemfach. Dabei werden Bestandteile aus anderen Therapie- und Trainingsverfahren sowie aus psychotherapeutischen Verfahren integriert. Dazu gehören Teile der Ergo-, der Spiel-, der Gesprächs- und Familientherapie.
Darüber hinaus werden die Konzentrations- und Gedächtnisleistungen und Techniken zum konzentrierten Arbeiten trainiert. Auch Übungen zur Entspannung und spielerische Elemente zum Erproben von Strategien gehören dazu. Gespräche mit Eltern und Schüler über Möglichkeiten von Lernunterstützung sind ebenso wichtig. Ausgangspunkt für eine Therapie ist der aktuelle Entwicklungsstand des Kindes.
Ursachen für Lernschwächen können angeboren sein. Oft weisen betroffene Kinder schon im Kleinkindalter Entwicklungsverzögerungen auf. Aber auch demütigende Erlebnisse wie Bloßstellung in der Schule können sich auswirken. Lernstörungen können auch bei Kindern auftreten, die von den Eltern vernachlässigt werden oder deren Medienkonsum sehr hoch ist.
Quelle
www.tu-chemnitz.de
www.paetec.de
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