Nachrichten aus Psychiatrie und Selbsthilfe

Startseite Rubrik: Meldung vom Tage aktualisiert 03.03.2005


Übersicht "Meldung vom Tage" (Februar 2005)

04.02.05

Forscher entdecken Schlüssel zur Veranlagung für Übergewicht

ddp

Berlin (ddp). Einen wichtigen Schlüssel zum Verständnis von krankhaftem Übergewicht haben deutsche Wissenschaftler jetzt entdeckt. Sie fanden durch eine Studie mit Zwillingen heraus, dass die Menge des im Blut gelösten so genannten Leptinrezeptors, der das Körpergewicht reguliert, stark durch Erbfaktoren beeinflusst wird. Die Experten der Berliner Charité, der Firma HealthTwist und der Medizinischen Hochschule Hannover haben ihre Studie jetzt im American Journal of Physiology veröffentlicht, wie der Medien-Informationsdienst der Technologien mitteilt.

Leptin wird von Fettzellen gebildet, um eine Gewichtszunahme zu verhindern. Diese Funktion kann das Leptin möglicherweise besonders effektiv ausüben, wenn es an einen Leptinrezeptor im Körper gebunden ist. Die Forscher vermuten, dass das rezeptorgebundene Leptin eine Rolle beim Übertritt des Hormons vom Blut in das Gehirn spielt. Dabei wird das Hungergefühl ausgeschaltet und gleichzeitig der Stoffwechsel aktiviert.

Das Forscherteam untersuchte bei 46 Zwillingspaaren - darunter 24 eineiige und 22 zweieiige - Körperfett, die Konzentration von Leptin, das an den Rezeptor gebundene Leptin und die Zahl der Leptinrezeptoren. Dabei fanden die Wissenschaftler heraus, dass die Menge der Leptinrezeptoren und des an den Rezeptor gebundenen Leptins bei den genetisch identischen eineiigen Zwillingen sehr viel ähnlicher ist, als bei zweieiigen Paaren, die in ihren Erbinformationen etwa zur Hälfte übereinstimmen.

Hieraus ergibt für die Wissenschaftler eine Erblichkeit von mehr als 50 Prozent. Haben die untersuchten Personen einen höheren Anteil an Körperfett, so ist die Konzentration des freien Leptins hoch. Dabei sind die Zahl der Rezeptoren und die Menge des daran gebundenen Leptins geringer.

Wie der Körper das Signal der Fettzellen interpretiert, hängt also möglicherweise davon ab, wie viel Leptin an die Rezeptoren gebunden ist. Da die Menge der im Blut zirkulierenden Rezeptoren genetisch beeinflusst wird, sehen die Forscher in ihm einen möglichen Schlüssel zum Verständnis des krankhaften Übergewichts.


Copyright © ddp
Wiederveröffentlichung oder Verbreitung der Inhalte dieser Seite nur mit ausdrücklicher
schriftlicher Zustimmung der Nachrichtenagentur Deutscher Depeschendienst (ddp).


Übersicht "Meldung vom Tage" (Februar 2005)

Hier können Sie unseren Newsletter mit Neuigkeiten aus Psychiatrie, Soziales und Selbsthilfe bestellen!


RUBRIK
Meldung vom Tage

nach oben | E-Mail | Startseite  | Newsletter | Impressum |


nach oben Kontakt Startseite