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Von Charlotte Rose
Ein neues Jahr hat so seine Eigenarten. Man nimmt sich viel vor. Ob die guten Vorsätze wirklich realisiert werden, bleibt dahin gestellt. Aber so ein neuer Start verleitet ohne Zweifel zum Aufräumen. Wenn man sich doch nur von so etlichem Ballast trennen könnte! Auch von seelischem Unrat! Da sausen doch mir eine Fülle unnützer Gedanken durch den Kopf. Warum? Wo ich doch gerade beim Aufräumen bin: weg damit! Leider geht das nicht so einfach!
Schade eigentlich, dass es keinen Schalter im Kopf gibt. Den Schalter einfach umgelegt und schon hätte man seine Ruhe.
Aber zu meiner Beruhigung stelle ich immer wieder fest, dass das so eine Sache mit dem Entrümpeln ist! Da schwirrt doch noch ganz schön viel geistiger Müll in den Köpfen mancher Mitmenschen. Es kommt doch tatsächlich vor, dass es noch Leute gibt, die psychische Erkrankungen immer noch mit Verrücktsein, Durchgeknallt, Abnormität oder ähnlichem gleichsetzen.
Erstaunlich, denn Tatsache ist: Jeder dritte Deutsche erkrankt im Laufe seines Lebens einmal an einem seelischen Leiden! Und das ist bestimmt nur eine Dunkelziffer. Viele Betroffene verdrängen dieses "Unwohlsein", sehen dahinter gar keine so brisante Erkrankung!
Aufklärung ist dabei nur eine wichtige Seite. Der Umgang mit psychisch Erkrankten eine andere Seite. Dieses fällt vielen Menschen immer noch sehr schwer. Typisches Beispiel: ich treffe nach langer Zeit Kollegen, die so gar nicht wissen, wie sie sich mir gegenüber verhalten sollen. "Ach, Du bist es. Ich wollte dich schon immer mal anrufen!“ - Ja, hätte derjenige als es mir wirklich schlecht ging doch einfach gemacht! Ein paar aufmunternde Worte wären Balsam für die Seele gewesen. - Hätte, wäre ...
Auch Arbeitgeber sind oft überfordert mit so einer Situation. Eigentlich ist das in einem Land, das auf Innovation und Effizienz ausgerichtet ist, verwunderlich. Wie viel Zeit muss noch vergehen, bevor psychische Leiden nicht mehr wie ein "Tabuthema" behandelt werden?
Aufklärung tut Not und das nicht nur in Firmen, sondern auch in Schulen etc. Weil Betroffene dazu neigen sich zurück zu ziehen - das gilt auch schon für Kinder und Jugendliche - heißt es wachsam zu sein und aufeinander zuzugehen! Dann schöpfen auch Betroffene neue Hoffnung und damit Kraft!
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